Hallo, ich bin Luna.
Gerne möchte ich euch meine Geschichte erzählen. Eine Geschichte darüber, wie es ist, nicht immer alles zu verstehen, wie es sich anfühlt, wenn die Welt manchmal einfach zu laut, zu groß und zu schnell ist und darüber, wie schön es ist, Menschen zu finden, die trotzdem bleiben.
Als ich in mein neues Zuhause gezogen bin, war ich neugierig. Menschen mochte ich schon immer. Sie waren spannend, freundlich und oft genau die Nähe, die ich gesucht habe. Ich liebte es, Zeit mit ihnen zu verbringen und freute mich jedes Mal, wenn ich bekannte Gesichter sah.
Doch die Welt außerhalb meines Zuhauses machte mir oft Angst. Andere Hunde verunsicherten mich. Geräusche, fremde Orte und neue Situationen waren manchmal einfach zu viel für mich. Mein Kopf war dann voller Eindrücke und mein Körper wusste nicht so recht, wohin mit all dem Stress. Also zog ich an der Leine, wurde hektisch oder versuchte einfach nur wegzukommen.
Viele Menschen sehen dann nur das Verhalten.
Aber ich wünsche mir, dass sie verstehen: Ich wollte nie böse sein. Ich wusste mir einfach oft nicht anders zu helfen.
Manchmal war ich so überfordert, dass ich gar nicht mehr richtig hören oder denken konnte. Dann schnüffelte ich nur noch hektisch umher, lief scheinbar ziellos durch die Gegend und versuchte irgendwie, mit allem klarzukommen. In solchen Momenten fühlte sich die Welt für mich riesig und unübersichtlich an.
Zum Glück hatte mein neues Herrchen Geduld mit mir.
Er hat mich nicht aufgegeben, als es schwierig wurde. Er hat gelernt, mich besser zu verstehen. Er hat Trainer um Hilfe gebeten, Bücher gelesen und neue Wege ausprobiert.
Er hat nicht gefragt: „Warum funktioniert Luna nicht?“
Mein neues Herrchen hat gefragt: „Was braucht Luna?“
Und genau das hat alles verändert!
Langsam begann ich zu verstehen, dass ich mich auf meinen Menschen verlassen kann, dass nicht jede Begegnung gefährlich ist. und dass ich nicht alles allein regeln muss.
Heute kann ich viel besser zeigen, wenn mir etwas zu viel wird. Früher mussten andere erraten, wie es mir geht. Heute sage ich es selbst. Das fühlt sich gut an.
Besonders schön finde ich meine Hundefreunde. Früher dachte ich oft, andere Hunde wären ein Problem. Heute weiß ich, dass einige von ihnen richtig toll sein können. Mit manchen spiele ich sogar gerne. Einen Freund habe ich inzwischen besonders ins Herz geschlossen. Wenn ich ihn sehe, bleibe ich stehen und warte auf ihn. Dann begrüßen wir uns ganz freundlich und ich freue mich riesig.
Natürlich bin ich noch immer Luna.
Ich liebe Schnee über alles und ich plansche gerne durchs Wasser, solange es nicht zu tief wird. Ich schnüffle für mein Leben gerne und lange Spaziergänge gehören zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen. Und wenn irgendwo ein Schweineohr auftaucht, bin ich sofort zur Stelle.
Es gibt noch Tage, an denen ich unsicher bin. Tage, an denen die Welt wieder etwas lauter wirkt. Aber heute weiß ich: Ich bin nicht allein.
Mein Mensch hilft mir. Er versteht mich. Und er liebt mich genau so, wie ich bin.
Vielleicht ist das das größte Glück, das ein Hund finden kann.
Ein Zuhause, in dem man nicht perfekt sein muss. Ein Zuhause, in dem man wachsen darf. Ein Zuhause, in dem jemand hinter die Unsicherheit schaut und das Herz sieht.
Heute bin ich angekommen und dafür bin ich unendlich dankbar.
Eure Luna