Igel


Igel gefunden - Was tun?

Sie haben einen Igel gefunden und benötigen Hilfe?

 

Dann wenden Sie sich bitte direkt telefonisch an Igelherz e.V. unter der 0162 2798367 (vormittags 9-12 Uhr, nachmittags 16-18 Uhr).

 

Sollten Sie nicht zur Region Schwarzwald-Baar /Alb-Kreis gehören können Sie auf der Homepage des Vereins Pro Igel e.V. Ihre Postleitzahl eingeben und gezielt nach Igelhilfen in Ihrer Nähe suchen: www.proigel.de

 

Verwaiste Jungigel, die tagsüber ohne Mutter herumirren, benötigen sofort Hilfe
Insbesondere wenn ab Spätherbst Igel tagsüber unterwegs sind, ist das in der Regel ein schlechtes Zeichen.
  1. Igel sichern: Igel mit beiden Händen seutlich unterm dem Bauch anfassen. Hinsichtlich Eingeschutz sind zwingend Handschuhe, Handtuch etc. zu benutzen.
  2. Allgemeinzustand überprüfen (siehe nächster Abschnitt): Wiegen und auf Wunden, Parasiten oder Fliegeneier prüfen.
  3. Außenparasiten entfernen: Unbedingt zuerst Fliegeneier entfernen, bevor der Igel gewärmt wird!!! Zecken entfernen!
  4. Unterbringung: Igel in einen mit Zeitung ausgelegten Karton / offene Box (Mindesthöhe 50 cm) legen. Bei Unterkühlung den Igel wärmen - denn der Bauch muss warm sein, bevor ihm Futter bereitgestellt wird. Dazu eine handwarme Wärmflasche oder eine PET Flasche so anbieten, dass der Igel sich jederzeit davon entfernen kann. Die Zimmertemperatur sollte zwischen 18-25°C liegen. Legen Sie noch ein altes Handtuch (ohne Schlaufe o.ä.) dazu.
  5. Zufüttern: Futter und Wasser in kleinen Portionen (max. 1 Teelöffel!!!) bereitstellen. Geeignet sind z.B. getreide- und zuckerfreies Katzenfutter oder schlabberiges Rührei ohne Gewürze. ACHTUNG: Refeeding-Syndrom! (siehe Abschnitt unten)
  6. Hilfe suchen: Kontakt mit igelkundigem Tierarzt oder Igelstation aufnehmen. (Kontakt siehe oben)

Behalten Sie Igel keinesfalls einfach bei sich Zuhause!

Igel sind Wildtiere und damit in der Natur am besten aufgehoben. Wildtiere aus der Natur zu entnehmen ist zudem rechtlich verboten. Wenden Sie sich daher stets an die zuständige Igelstation.


Beurteilung des Allgemeinzustandes

GUTER ALLGEMEINZUSTAND

  • erst ab Dämmerungseinbruch aktiv (nachtaktiv)
  • altersentsprechendes Gewicht (Alttier: ca. 1000g; Jungtier bis ca. 500g)
  • rundlicher Körper
  • zeigt Reflexe; wehrt sich (rollt sich ein); ist aktiv
  • das Stachelkleid liegt dicht am Körper an
  • weist keine Verletzungen auf
  • keine bis wenig Außenparasiten erkennbar
  • hat eine feuchte Nase
  • hat ein unauffälliges Gebiss
  • hat keine kahlen Stellen (Stachelkleid, Bauchfell, Haut)
  • glänzende, gut sichtbare Augen
  • weist eine normale Körpertemperatur auf (ca. 36°C)
  • hat eine unauffällige Atmung
  • hat Appetit, frisst und trinkt
  • sicheres Gangbild

SCHLECHTER ALLGEMEINZUSTAND

  • tagaktiv (Achtung: ist ggf. nur aufgestört)
  • hat Untergewicht
  • Körper wirkt eingefallen (Hungerfalte im Genick)
  • zeigt nur schwache Reflexe; wirkt apathisch; matt; müde; bewegungslos
  • das Stachelkleid schlottert / wirkt zu groß
  • weist Verletzungen auf
  • starker Außenparasiten Befall
  • hat eine trockende Nase
  • hat Zahnstein / wackelige Zähne
  • hat kahle Stellen (Fellverlust, Stachelverlust)
  • eingefallene, schlitzförmige oder geschlossene Augen
  • ist unterkühlt
  • hustet, röchelt; hat starke Atemgeräusche
  • riecht unangenehm z.B. nach Kot oder Eiter
  • hat keinen Appetit
  • der Körper fühlt sich weich an
  • unsicheres Gangbild (hochbeinig)


Das Refeeding-Syndrom

Wenn Sie einem abgemagerten und schwachem Igel gleich eine ordentliche Portion Futter anbieten, kommt es in den meisten Fällen zu dem sogenannten Refeeding-Syndrom. Dieses führt in der Regel zum Tod des Tieres!

 

Denn der Stoffwechsel des hungernden Tieres ist heruntergefahren und versucht mit aller Macht Energie zu sparen. Muskel- und Fettgewebe werden abgebaut - je nach Dauer der Hungerperiode verkleinert sich sogar der Herzmuskel. Zusätzlich ist oftmals der Kreislauf aufgrund der Unterkühlung geschwächt.

Bieten Sie dem Igel nun eine große Portion Futter an, kann es passieren, dass der Stoffwechsel überfordert ist. Dabei entgleist der Zucker- und Elektrolythaushalt und es droht Organversagen. Das verkleinerte Herz ist mit dem schlagartig größeren Blutvolumen überanstrengt und es droht Herzversagen.

 

Deshalb stabilisieren Sie zunächst den Kreislauf, entfernen Außenparasiten und füttern sie max. 1 Teelöffel hochwertiges Katzenfutter oder schlabberiges ungewürztes Rührei. Und verständigen Sie die Igelstation in Ihrer Nähe. (Kontakt siehe oben)

 


Wie gestalte ich meinen Garten Igel freundlich?

Tagsüber ziehen sich Igel gerne in Laubhaufen und dichte Hecken zurück. Da moderne Gärten oft zu aufgeräumt und steril sind und auch immer mehr Flächen landwirtschaftlich genutzt werden, mangelt es den Igeln oft an Versteckmöglichkeiten.

 

Ein naturnah gestalteter Garten bietet Igeln dagegen viele Versteckmöglichkeiten.

Um Ihren Garten igelfreundlich zu gestalten wählen Sie heimische Pflanzenarten und säen Wildblumen und -kräuter, um Insekten anzulocken. Mähen Sie Ihren Rasen nicht zu häufig und lassen Sie die abgestorbenen Pflanzen, Laub und Gartenabfälle aufgehäuft liegen, um ein ideales Winterquartier anzubieten. Sollten Sie einen dichten Zaun um Ihren Garten haben, sehen Sie ein paar quadratische Öffnungen im Zaun mit den Mindestmaßen 13x13 cm vor, damit die Igel mehr Platz zum Wandern haben.

Optimalerweise können Sie ein Igelhaus aufstellen. Dafür geeignet ist pro Igel eine Holzkiste, die mindestens 40 Zentimeter breit und lang, sowie 30 Zentimeter hoch ist. Besonders wichtig dabei ist, dass das Haus vor Wind und Wetter geschützt ist und einen isolierenden und trockenen Boden aufweist. Laub in der Kiste rundet das Ganze ab.


Was fressen Igel?


Die Todesfallen -  Mähroboter / Laubbläser